Hinterm Horizont geht’s weiter. Mein Jahr 2018.

Eine Saison ist zu Ende gegangen,

vieles ist passiert und alles beim Alten. Mir kommt immer wieder der Vergleich mit einem Fluß in den Sinn. Wasser als Gleichnis für Kraft und Kontinuität. Allgegenwart, zumindest in unseren Breiten. Ein ausdauerndes Fließen gräbt über Jahrtausende neue Flussbetten, gestaltet die Landschaft, verändert die Oberfläche. Alles ist, über kurze Zeiträume betrachtet, immer gleich. Eine Veränderung wird erst langfristig sichtbar. Irgendwann findet niemand das Alte mehr, die neue Gegenwart wird augenscheinlich.

Golf ist in dieser Dimension sehr ähnlich.

Ich probiere, trainiere, verändere, suche Rhythmus und Gleichklang und über lange Zeit passiert gar nichts. Sicher gibt es Schwankungen, wie man es bei einem Fluss auch findet. Ich glaube, irgendwie geht es jedem Spieler so. Tageshochs und Tiefs wechseln sich ab. Da ich sehr viel Zeit mit dem Kurzspieltraining verbringe, kann ich es dort besonders gut nachvollziehen.

An manchen Tagen sind Gefühl für Distanzen und Schwung gut.

Ich treffe die Grüns in einem Bereich um die Fahne herum. Sicher muss auch dies noch besser und genauer werden, aber ich merke, dass es geht. Nicht so gute Tage zeichnen sich dadurch aus, dass ich immer noch viele Bälle mit der Schlägerkante über das Grün oder nach rechts katapultiere.

Um bei dem Bild mit dem Fluss zu bleiben,

die Erosion bemerke ich daran, dass diese Tage seltener werden, und vor allem, dass ich auf der Golfrunde immer öfter eine gute Annäherung hinbekomme. Sozusagen eine Annäherung an die Annäherung… hatte ich so etwas nicht früher einmal in Mathematik?

Punkt Zwei:

Ich habe die Langsamkeit entdeckt. Es war ein wirklich grandioser Moment, indem ich das erste Mal meinen Schläger im Durchschwung einfach anhalten konnte. Auf diesen Augenblick habe ich wirklich lange warten müssen. Insgesamt mehr als 3 Jahre. Seitdem ist es mir möglich, den Schläger viel lockerer zum Ball hinzuführen. Der Treffmoment ist noch nicht immer gut und auch die Weiten, bei einem mit viel weniger Geschwindigkeit ausgeführten Durchschwung, sind es noch nicht. Die Bewegung selbst hingegen ist dadurch deutlich besser. Ich hoffe, dies künftig auch auf dem Platz stabilisieren zu können.

Auf das gesamte letzte Jahr gesehen,

hat sich sehr langsam, aber kontinuierlich etwas an meinem Golfspiel verbessert. Darüber freue ich mich. Klar könnte ich jetzt sagen, mein Handicap ist heute anders als zu Beginn 2018. Aber HCP wird bekanntlich nur an guten Tagen gemacht. Auch dank meines sehr geduldigen Trainers hat sich ein kleines Stück mehr Kontinuität in mein Spiel eingeschlichen. Nicht ausreichend zwar, um wirklich gut zu spielen, aber ich habe jetzt eine Ahnung, was gut spielen sein könnte. Hin und wieder rückt ein Par im Spiel in greifbare Nähe. Auf einem sehr einfachen Par 4 in Island habe ich mein erstes Birdie gespielt. Keine große Sache, ich weiß, vor einem Jahr wäre mir dies bestimmt nicht gelungen.

Was hat sich noch verändert?

Ich habe mich in diesem Jahr zwei neuen Projekten verschrieben, die ich beide unsagbar spannend und herausfordernd finde. Es geht natürlich um Golf, meine große, innige, späte Liebe. Ich bin der Idee nachgegangen, für wie viele Golfer Island derzeit ein sehr interessantes Ziel für ihren Golfurlaub ist. Es sind leider viel zu wenige. Für die meisten Urlauber ist diese Insel ein Natur- und Outdoor Erlebnis schlechthin. Eine wirklich kleine Anzahl hat sich schon einmal mit der Idee auseinandergesetzt, dort Golf zu spielen. Das ist nicht nur außerordentlich Schade, es wird auch in keinem Fall der Golfbegeisterung im Lande gerecht. Isländer haben eine große Leidenschaft für Golf, es ist ein Volkssport. Golf auf Island ist definitiv ein außergewöhnliches Erlebnis. Spektakulär, dramatisch und in jedem Fall unvergesslich. 

Im Gespräch habe ich festgestellt,

dass es auch in der anderen Richtung ein Traumziel gibt. Niemand dort konnte sich vorstellen, welche hervorragende Möglichkeiten es für Golf in und um Berlin gibt. Daraus erwuchs meine zweite Idee: Golfern, die die Magie der Metropole Berlin suchen, gleichzeitig die Stadt und herausragende Golfcourse zu zeigen. Projekt Nummer 2. Ich lebe schon lange in der Stadt, und um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr bin ich begeistert davon, allen, die es wollen, die Lebendigkeit und Modernität dieser Metropole nahezubringen. Berlin ist eine Stadt, in der wirklich immer etwas los ist, die neben ihren Wahrzeichen auch viele sehenswerte Areale jenseits der Touristenwege hat. Auch hier können Golf und Kennenlernen der Stadt gut miteinander kombiniert werden. Der Weg dahin ist weit und um es mit meinem Fluss zu sagen, es dauert eine Weile, bis sich ein Flussbett gebildet hat und das Wasser seinen Weg von allein zum Meer findet. Die Polarität der einzelnen Wassermoleküle macht es möglich, dass eines das nächste mit sich zieht und dadurch ein Rinnsal entstehen kann. Andererseits ist es die Kontinuität des Fließens, die Strukturen verändert.

Ich freue mich darauf.

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